Das bin nicht ich!

Eine halbe Stunde tippte ich gerade eben an einem Blogpost. Augenpflege. Ich tippte und tippte und als der Post und das Bild fertig waren, merkte ich: Das bin nicht ich.

Völlig genervt schleppte ich heute Mittag 5 volle Einkaufstüten durch die Stadt an meine Wohnung. Es regnete in Strömen. Meine Mascara war schon verschmiert und ein Tagträumer versperrte mir den Weg. 
"Hallo?!", rief ich leicht gestresst ihm zu, da mir fast der Sack Kartoffeln zu Boden gefallen wäre. 
Wenig später dachte ich: Das bin nicht ich.

"Gott, wie sieht die denn aus?!", "Puh, sie scheint ganz schön zugenommen zu haben.", "Uff, was ist das denn für ein Lippenstift?!" Ich scrollte durch mein Instagram und stellte mit erschrecken fest: Das bin nicht ich.

Immer wieder erwische ich mich in Situationen, in denen ich mir wenig später denke: Das bin nicht ich! Meist passiert mir so etwas an Tagen, an denen ich mit mir selbst unzufrieden bin oder ich mich in einer ärgerlichen Situation befinde. Wirklich erschreckend, dass wir Menschen so reagieren können. 

Meine Freunde beschreiben mich immer als gerechten und friedliebenden Menschen. Was in mich fährt in manchen Situationen, das weiß ich auch nicht. Aber wer kennt das nicht? Die Mutter kommt nun schon zum Dritten mal ins Zimmer und fragt das Gleiche. Eine genervte Antwort rutscht uns heraus. Im Nachhinein, tut es uns doch irgendwie Leid. 

Irgendwie vergessen wir uns manchmal selbst. Entweder gestehen wir uns dies ein oder wir stellen uns selbst als Opfer dar. Vielleicht fehlt uns einfach etwas mehr Gelassenheit im Alltag. Vielleicht sollten wir manchmal einfach die anderen "machen lassen" und uns um uns selbst kümmern. Vielleicht sind wir dann auch nur noch halb so gestresst und vielleicht sind wir dann auch ein wenig glücklicher. 

Denn eigentlich möchten wir doch nur wir selbst sein und denken: Das bin ich.


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